Die Weihnachtsfeier der Ortsgruppe Wildstein fand am 14.12.2025 im Gasthaus im Häuschen ( „Schnitzel Franz“) statt. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden besuchten uns die Kinder aus dem Kindergarten. Unter der Leitung ihrer Erzieherinnen zeigten sie einen schönen weihnachtlichen Auftritt. Auch ein Gedicht in deutscher Sprache trugen sie vor. Sie erhielten viel Applaus und eine Süße Belohnung.
Es folgte das Grußwort von unser Bürgermeisterin Frau Rita Skalová. Sie sprach auch über einige Vorhaben der Stadt im Jahre 2026 und spendierte eine Runde Sekt zum Anstoßen. Danach gab es Kaffee und Apfelstrudel.
Später wurden Texte von deutschen Weihnachtsliedern verteilt, welche alle Mitglieder zusammen gesungen haben. Dann erschien auch der Nikolaus mit einem großen Buch der Sünden. Weil sich herausstellte, dass die Mitglieder brav und artig waren, bekamen alle von ihm ein Geschenk.
Die Mitglieder unterhielten sich noch lange und nach dem Abendessen mit Schnitzel und Kartoffelsalat ging es mit Vorweihnachtlicher Stimmung nach Hause.
Franz Zima OG Wildstein
Am Samstag, 8, März, fand wie jeden Monat am ersten Samstag im Monat der Hutzn-Nachmittag im Egerer BGZ statt. Gegen 15:00 Uhr kam ein Moderator eines Karlsbader Rundfunks ein. Auf den Besuch war ich von Alois durch einen Anruf wenige Tage vorher bereits informiert gewesen. Der größte Teil des Gesprächs fand in tschechischer Sprache geführt. Auch wenn ich nicht vieles davon verstand habe ich in einigen Passagen verstanden, dass es bei dem Gespräch darum ging was die Aufgaben des BGZ in Eger ging.
So nach und nach wurden Alois Rott und Ernst Franke zu den Aufgaben und Zielen des Begegnungszentrums geht. Auch hier konnte ich in einigen Passagen darum ging die Arbeit der Heimatverbliebenen herauszustellen. Die beiden wurden auch nach ihrer familiären Herkunft gefragt. So erzählte Alois, dass er eigentlich aus Rabenstein der Schnella stammt und Mitglied aus der Ortsgruppe Neudek ist. Franke erzählte, dass er aus dem bekannten Textilort Haslau stammt. Beide stammen ursprünglich aus deutschen Familien. Wenn ich auch nicht viel verstand so konnte ich doch einiges der Antworten verstehen.
Überraschender Weise sprach der Journalist in fast reiner deutschen Sprache an und nach meinem Grund meiner Mitgliedschaft beim Bund der Deutschen – Landschaft Egerland zu erkundigen. In wenigen Worten erklärte ich, dass mein Vater aus Falkenau/Sokolov stammt und ich bereits seit 1989 in Tschechien bin und mich dort, zusammen mit Seff Heil, um die Betreuung der Heimatverbliebenen kümmere. Anschließend fragte ich den Journalisten ob er auch deutsche Wurzeln habe, was er aber verneinte. Er habe aber großes Interesse an der Arbeit der Heimatverbliebenen. Er hat auch angekündigt, dass er demnächst das Egerlandmuseum in Marktredwitz besuchen will um mehr von den Egerländern zu erfahren. Ich habe ihm auch sofort angeboten mit ihm dort eine Führung zu machen, worüber er sich sehr freute. Zum Abschluss überreichte ihm Alois Rott die letzte Ausgabe seines „Eghaland Bladl“ und ich überreichte ihm mein aktuelles Gmoibladls. Abschließend saßen Alois und ich noch eine Weile zusammen und beurteilten das geführte Interview.
Günther Wohlrab
Bei einem kürzlichen Besuch der normalerweise nicht öffentlich zugänglichen Kirche der Heiligen Peter und Paul im Dorf Dolní Jamná (Unter-Jamny) fiel mir diese wunderschön erhaltene Gedenktafel ins Auge. Sie ist den Gefallenen, Verstorbenen und Vermissten des Ersten Weltkriegs (1914–1918) aus Siehdichfür (Unter-Jamny) und den umliegenden Dörfern gewidmet. Die Tafel wurde am 26. Juli 1936 feierlich enthüllt und kostete 4.500 CZK. Die Kosten wurden von der Gemeinde Dolní Jamná (Unter-Jamny) und durch Spenden der Einwohner getragen. Der Urheber der Tafel ist Franz Böhm aus Velká Hleďsebe (Siehdichfür) bei Marienbad. Bei jeden Foto sind die Namen und die Zugehörigkeit zu einer militärischen Einheit und das Todesdatum – an der Front, im Lazarett, in Gefangenschaft oder nach der Heimkehr – vermerkt. Hier sind Bürger aus den Dörfern Dolní Jamné (Unter-Jamny), Chudeč (Kutsch), Ovčí Hora (Otschihora), Račín (Radschin), Žernovník (Schirnik), Nová Víska (Neudörfl), Čestětín (Tschisotin), Bezvěrov (Bernklau), Ostřetín (Wustung) und Světec (Schwitz) aufgeführt. Am unteren Rand der Gedenktafel steht dieser Text: „Ihr müsst den Toten zu Hilfe kommen, nicht mit Tränen, sondern mit Gebeten, Opfern und Almosen.“
Kirche der Heiligen Peter und Paul in Unter-Jamny
Das Dorf wird erstmals 1208 urkundlich erwähnt. Offenbar kurz darauf ließ Wssebor Hrabischitz hier seinen Sitz errichten, an dem auch die Kirche entstand. Das im Wesentlichen romanische Gebäude beherbergt im Turmgeschoss eine Herrentribüne, die einst über eine Brücke vom ehemaligen Herrenhaus aus erreichbar war. Die Pfarrkirche der Apostel Hl. Peter und Paul ist ein schlichtes, schmuckloses Gebäude, das mitten im Dorf auf einem Hügel steht. Sie wurde bereits 1384 im Prager Kirchenbuch verzeichnet. Die ursprüngliche Kirche war vollständig aus Holz erbaut und stand auf einem Hügel mit Blick auf Burg und Dorf Krasch, wo die ersten Bewohner ebenfalls ihre Häuser hatten. Die Kirche besaß weder Turm noch Glocken. Der Friedhof war von einem Holzzaun um die Kirche umgeben. 1470 wurde dieses Holzgebäude vom Blitz getroffen und brannte bis auf die Grundmauern nieder. Auch die umliegenden Gebäude wurden durch das Feuer beschädigt. Seitdem werden die Märtyrer von Hl. Peter und Paul tief verehrt. Der ursprüngliche Standort der Kirche ist noch heute durch ein großes Holzkreuz auf einem Steinsockel gekennzeichnet, an dem jährlich Gebete gesprochen werden. Um 1500 errichteten die Einwohner an der Stelle der heutigen Kirche eine neue Steinkirche mit Glockenturm, die später um den Turm erhöht wurde. Die Kirche wurde im Laufe der Zeit um einen Altarraum, eine Vorhalle und eine Sakristei erweitert, und ein separater Ausgang zum Chor wurde an der Vorderseite angebaut. Wie bereits erwähnt, stand die Pfarrkirche vom Ende des 16. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges unter lutherischer Herrschaft. Dolní Jamná (Unter-Jamny) war sogar Sitz eines hohen Ratsmitglieds namens Mathes, eines abtrünnigen katholischen Priesters. 1624 erhielt die Gemeinde mit dem Pfarrer aus Uterý (Neumarkt) Zacharias Bandhauer einen neuen katholischen Geistlichen. Nach einigen Jahren unterstand sie der katholischen Pfarrei in Krsy (Girsch) und erlangte erst 1694 ihre Unabhängigkeit zurück. Die älteste Glocke im Turm stammt aus dem Jahr 1480 und wurde zu Ehren der Apostel Petrus und Paulus in Altkirchenslawisch gegossen. Die zweite Glocke ist größer und trägt eine lateinische Inschrift aus dem Jahr 1551. Diese Glocke hing noch 1981 im Glockenturm.
Alois Franz Rott
In Žihle- Scheles in der Nordpilsener Region erinnert ein monumentales Denkmal wieder an den Ersten Weltkrieg, das Jahr 1918 und die Gründung der Tschechoslowakei. Nach fast achtzig Jahren ist es auf den Dorfplatz zurückgekehrt. Das Granitdenkmal mit den Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen deutschen Einwohner von Žihle/ Scheles wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen und auf dem Friedhof für ein Grabmal für die Opfer des Nationalsozialismus verwendet, blieb aber auch dort nicht. Nun steht es wieder an seinem ursprünglichen Platz und hat seine ursprüngliche Bedeutung zurückerhalten.
Teile des Denkmals lagen jahrzehntelang hinter der Steinmauer des örtlichen Friedhofs. „Hinter der Friedhofsmauer lag ein Haufen Gras und Erde. Wir wollten ihn entfernen, aber als wir ihn freilegten, entdeckten wir Teile des ursprünglichen Denkmals“, sagte der Bürgermeister von Scheles František Procházka. Das Dorf reinigte und lagerte die Teile ein und bemühte sich seit 2016 um Spenden für die Restaurierung. Schließlich half der Staatliche Agrarfond und übernahm 84 Prozent der benötigten 1,28 Millionen CZK. Der Entwurf stammt aus der Restauratoren Werkstatt der Familie Jahoda aus dem nahegelegenen Kozojedy. Neben den Jahreszahlen 1914 bis 1918 sind auf dem Denkmal die ersten sechs Namen der Gefallenen verzeichnet. „Wir haben weitere 19 Namen, die wir nach und nach auf allen vier Wänden anbringen werden. Wir haben sie in deutschen Kirchenbüchern gefunden, aber sie sind unleserlich, deshalb arbeiten wir sie jetzt, auch mithilfe künstlicher Intelligenz es genauer aus“, sagte Procházka. Insgesamt waren 25 Namen auf dem Denkmal eingraviert.
„Wir haben den Gehweg rundherum gepflastert und auch ein Platz für Bänke, Blumentöpfe und einen Fahrradständer geschaffen. Wir müssen noch Sträucher und Bäume pflanzen“, sagte der Bürgermeister. Pfarrer Günter Ecklbauer segnete das Denkmal, und Historiker sowie Zeitzeugen sprachen. Der Chor von Scheles sang, die Kapelle „Guter Soldat Schwejk“ spielte, Soldaten in Uniformen der damaligen Zeit sowie der Bund der Deutschen-Landschaft Egerland in trachten traten auf.
Die Einwohner von Scheles rissen das ursprüngliche Denkmal nach dem Zweiten Weltkrieg ab und nutzten Teile davon als Mahnmal für die 273 Opfer des Nationalsozialismus, erklärte Jiří Bláha vom Kulturausschuss des Dorfes. Das Denkmal für die Opfer des Transports, das seit 1946 auf einem Teil des Friedhofs in der Nähe der Kirche steht, wurde über den Gräbern von Häftlingen errichtet, die während des Transports aus dem Konzentrationslager Osendorf bei Halle und der Strafanstalt Brieg in Polen starben.
Alois Franz Rott