Am Samstag, 11. September dieses Jahres, fand im Rahmen der Tage des Europäischen Kulturerbes die feierliche Eröffnung des rekonstruierten Fachwerkhofes Nr. 18 in Miltigau/Milíkov statt. Der schrittweise Umbau des Gehöfts, das 2008 von der Karlsbader Region gekauft wurde, wurde bereits 2013 begonnen. In der ersten Etappe wurde das Scheunengebäude renoviert und anschließend im Jahr 2016 der Schuppen. 2017 wurde der Hof für den Publikumsverkehr geschlossen und mit den Bauarbeiten an dem Wohnhause und dem Häuschen auf dem Gelände der ursprünglich separaten Ställe begonnen, das heute als Kasse dient. Gleichzeitig wurde ein komplett neues Gebäude mit sozialen Einrichtungen für Besucher errichtet. Bei den Bauarbeiten am Wohnhaus wurde weitestgehend auf den Erhalt der erhaltenen Holzelemente des ursprünglichen Fachwerks geachtet. Alte und die nicht mehr zu erhaltenden Teilen wurden durch neue ersetzt. Bei den baulichen Veränderungen wurden die ursprünglichen Arbeitsabläufe eingehalten. Auch der Innenraum wurde unter strikter Einhaltung der ursprünglichen Innenaufteilung des Gebäudes saniert. An der Eröffnung nahm auch der Bund der Deutschen -Landschaft Egerland in Trachten Teil. Die feierliche Eröffnung des Egerländer Fachwerkhofes Nr. 18 in Miltigau/Milíkov begann um 11:00 Uhr. Den ganzen Tag über fand ein reichhaltiges Programm statt, bei dem die Innen- und Außenbereiche des Hofes durch Vorführungen traditioneller Handwerke und Arbeiten, die mit dem Leben auf dem Hof in der Vergangenheit verbunden waren belebt. Die Folkloreensembles Dyleň aus Karlsbad/Karlovy Vary, Stázka aus Tepl/Teplá, der Harmonika Spieler Franz Severa aus Trinksaifen/Rudné und das Egerländer Musiker Duo Målaboum mit der Tanzgruppe Die Målas aus Plachtín bei Netschetin, traten mit ihren Programmen auf. Alte Kinderspiele warteten darauf um sie auszuprobieren, und es gab auch ein Märchen. Für alle Teilnehmer war ein Imbiss vorbereitet. Das Anwesen befindet sich in der Nähe der Kirche St. Simon und Judas in der Gemeinde Miltigau. Es besitzt den klassischen Grundriss eines Egerer Fachwerk-Bauernhofes mit quadratischem Hof. Der Bauernhof, dessen Geschichte mindestens ins 18. Jahrhundert reicht, besteht aus einem Wohnhaus mit einem Stall, einer ins Jahr 1781 datierten Scheune, einem offenen Schuppen und einem neuzeitlichen Altenteil. Das Wohnhaus hat ein Fachwerk-Geschoss mit einer zur Hofseite gerichteten Pawlatsche (Erschließungslaubengang). Die Besucher können sich das historische Interieur des Hofes anschauen und darin häusliche, handwerkliche und landwirtschaftliche Geräte und sogar landwirtschaftliche mechanisierte Kleintechnik bestaunen. Der Hof wurde in das Zentrale Verzeichnis der Kulturdenkmäler der Tschechischen Republik eingetragen. Das Hofgebäude hat ein vorbildlich erhaltenes Fachwerk, Steinpflaster-Boden, Laufstege am Haupt-Wohngebäude sowie das Balkenwerk im Inneren. In der Küche aus damaliger Zeit finden Besucher nicht nur das ursprüngliche Geschirr, Ofen und Porzellan, sondern auch Möbel und die runden, sehr populären Egerer Stühle. Den Besuchern werden hier das nach und nach gestaltete Ganze der Interieur-Ausstattung des Bauernhauses, der Handwerk- oder landwirtschaftlichen Geräte und der kleinen landwirtschaftlichen Mechanisierung in der Zeitperiode von der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart vorgestellt. Es spiegelt sich hier die Verwandlung eines Bauernhofes als selbstständige Wohn- und Wirtschaftseinheit, wie es bis 1945 war. Redaktion
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