Daniel Hermann und Bernd Posselt in Eger29 Jul 2020 14:22

Beim Hutzn-Nachmittag der Ortsgruppe Eger am 6. Juli hat der Vorsitzende, Jaroslav Klyeisen, vorgeschlagen am 18. Juli einen Ausflug mit Führung nach Maria Loreto in Altkinsberg zu machen. Mit Ulrika Hart, Vorsitzende des Wallfahrtsvereins Maria Loreto, konnten wir dort natürlich keine bessere Führerin haben. Eine gute Stunde nahm sie sich die Zeit um die 15 Mitglieder

der Ortsgruppe durch die Anlage zu führen und zu informieren. Der Besuchergruppe hat sich auch der Vizepräsident der „Landesversammlung [ ... ]

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Bund der Deutschen-Landschaft Egerland hilft weite...14 Jul 2020 11:33

Am Montag den 29.06.2020 erschien in der Marktredwitzer Frankenpost ein Artikel zum Thema „75 Jahre Flucht und Vertreibung“, angelehnt an das Schicksal meiner Großeltern, die in Falkenau lebten.

Bereits am folgenden Tag erhielt ich einen Anruf von einem Herrn Augustin der diesen Artikel gelesen hat und bat mich um Hilfe bei einer Recherche.

Da Alois Rott, der Vorsitzende des Bundes der Deutschen-Landschaft Egerland, und ich für den Mittwoch sowieso eine Fahrt nach Zieditz und Mostau geplant [ ... ]

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UNSERE SPRACHKURSE GEHEN WEITER14 Jul 2020 11:24

Am Donnerstag dem 2. Juli haben wir für unsere Schüler/-inenn beider Gruppen (Anfänger und Fortgeschrittene) eine Filmveranstaltung organisiert. Die Teilnehmer/-innen hatten gute Möglichkeit zwei Filme über den Hintergrund der deutsch-tschechischen Beziehungen zu sehen. Ein Film stellte das vergessene Egerland vor, der zweite widmete sich der Geschichte deutscher Bevölkerung in dem ehemaligen Sudetenlad. Alle Teilnehmer/-innen waren sehr überrascht, wie die Vergangenheit unseres Gebietes sehr [ ... ]

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Wallfahrt nach Maria Stock14 Jul 2020 10:56

Der Bund der Deutschen-Landschaft Egerland nahm am 20. Juli das erste Mal mit einer größeren Abordnung an der Wallfahrt nach Maria Stock teil.

Bereits um 08:45 Uhr trafen sich die Teilnehmer Alois Rott, Georg Pötzl, Jaroslava Arendášová, Jaroslav und Marie Klyeisen, Jürgen Klyeisen (aus Österreich) und Günther Wohlrab zur gemeinsamen Abfahrt nach Maria Stock. Von Eger aus fuhren wir auf der Autobahn über Karlsbad bis zum Abzweig nach Maria Stock (Skoky) bei Buchau (Bochov). Die Fahrt bis [ ... ]

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Other Articles

Die Pfingstfeiertage waren seit altersher die Hauptwallfahrtszeit zur Mutter Gottes, wobei sich am Sonntag die Älteren aus dem engeren und weiteren Egerland und sogar aus Bayern, zumeist noch zu Fuß, einzeln oder in Prozessionszügen, nach Maria Kulm aufmachten, um in der Gnadenkapelle ihre Bitten vorzubringen und durch Gebete, Beichten und Opfer Busse zu tun. Am Pfingstmontag kamen dann die jüngeren Jahrgänge in den Wallfahrtsort, denen es allerdings mehr um den Jahrmarktrummel und das Sichkennenlernen bei den Tanzunterhaltungen im Strom-Wirtshaussaal und den zahlreichen Gasthäusern der Umgebung ging.

So hatten wir im sonst stillen Ort Buckwa zu den Pfingsttagen immer einen recht lebhaften Durchgangsverkehr und wir saßen an schönen Maitagen oft schon zeitig früh vor den Häusern, um die Wallfahrer aus Falkenau, Zwodau, Königswerth usw. an uns vorüberziehen zu lassen, ihnen zuwinkend und ihre Müdigkeit mit munteren zurufen vertreibend…

Da kam an einem Sonntagmorgen zwischen den beiden Weltkriegen, ein Ziehwägelchen mühsam hinter sich herziehend, der in Stadt und Land allgemein bekannte „Würschtl-Franz“ angekeucht, der ansonsten in Falkenau täglich beim Postdurchgang seinen Standplatz mit seinem Messingkessel hatte und ab neun Uhr Beamte der Post, Bürgermeister- und Steueramt, Sparkasse und Gericht mit seinen begehrten heißen Würsteln mit Senf und Wecken versorgte. Er wollte sich über die Pfingsttage einen zusätzlichen Verdienst an einem guten Platz am Kulmer Jahrmarkt verschaffen und hatte sich mit einer größeren Menge von Selchwürsteln, Semmeln, einem großen Topf mit Senf und einigen Gläsern saurer gurken eingedeckt, die er mit seinem heizbaren Messingkessel auf dem Ziehwagerl verstaut hatte.

Schon zeitig auf den Beinen und durch den steilen Weg über den Haselbacher Berg ermattet und schwitzend, kam er so an der Kretschmann-Ecke vorbei und sah nun vor sich die abschüssige Strecke durch das Dorf und so kam ihm der Gedanke, sich wenigstens ein Stück des Weges auf das Wagerl zu setzen, umso leichter und schneller vorwärts zu kommen. Gedacht, getan, und schon kutschierte der Franz an uns vorbei, die Deichsel zwischen den Beinen bergab, aber nicht bedenkend, dass das Tempo immer grösser wurde und er ja nicht bremsen konnte!

Beim Bäcker Fritsch kam das Gefährt dann so ins Schleudern, dass unser Würstlmann plötzlich eine Kurve beschrieb. Das Fahrzeug kippte um und es begrub den Fahrer unter sich mit einem Krach und Geschepper.

Wir hatten dieser Fahrt mit bangem Interesse und ohne eingreifen zu können zugesehen und liefen nun, um zu retten, was dabei noch zu bergen war. Vorerst kroch inzwischen der kühne Wagenlenker aus den herumliegenden Scherben, Semmeln, Würsteln und Gurken, wir stellten das Gefährt wieder auf die Räder und konstatierten, dass weder dieses noch Franz allzusehr lädiert waren, außer einigen Hautabschürfungen, auf die der Franz kaum was gab – viel mehr aber lag ihm an seiner Ware und er fing nun zu jammern an: „Öitza-a bin i-i fürte, a-alles is ka-kaputt…“ usw.

Es sah aber auch wirklich aus wie bei einem Verkehrsunglück, denn der Senftopf war in Trümmer gegangen und überall zeigten sich dessen Spuren, auch an Franzens Gewand, ebenso waren die Gurkengläser in Scherben und die Gurken sahen aus wie Kartoffeln, da sie durch den Straßenstaub gerollt waren, wie auch die Würsteln und Semmeln…

Durch das lamentieren des geschädigten gerührt, war Kretschmann gleich bereit, auszuhelfen – wir glaubten alles, was noch möglich war, säuberlich auf und fuhren hinauf zu Kretschmanns. Dort wurden die Gurken und Würsteln gewaschen, neues Essigwaser in leere Gläser mit den gurken eingefüllt, die Semmeln gebürstet und abgekratzt und ein neuer Senftopf beigestellt und nach kaum einer Stunde Aufenthalt konnte der Würstelmann wieder nach Kulm starten, wo er zwar etwas später, aber noch zeitig genug bis zum Ende der ersten Messe ankam und an seinem gewohnten Platz sein „Geschäft“ eröffnete.

Brauchgemäß zogen wir am Nachmittag mit Kind und Kegel auch den Kulmer Berg hinauf und fanden auch bald den Franz – freudestrahlend uns stotternd zuflüsternd; „..a-allas ho-howi f-fei(n va-a-kaft; s-sua i-is ma s-s G`schäft n-nu näi(n g-gonga; ho-ho möin ba-ban Ha-Hahn F-Fleischa sch-scho(n wieda n-neia W-Woa(r huln…“ Und zum Dank für unsere Hilfe am Morgen gab er unseren Kindern Würstel mit Wecken von der neuen Lieferung.

Sobald ich dann später den Franz getroffen habe, fragte ich ihn, ob er wieder nach Kulm fahre, worauf er treuherzig antwortete: „…ja, ja – o-owa afs-setzen t-tou i mi n-nimma, da-dau l-laffe l-löiwa a ge-getool…“

Von Ernst Fritsch, Buckwa-Hambach

Wuerstl Franz 000088

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