Vom 6.9.-8.9.2019 fand in Komotau ein Seminar für Führungskräfte der deutschen Minderheit statt. Im Rahmen dieses Seminars war für Samstagnachmittag eine Exkursion nach Kaaden „100 Jahre Demonstrationen der Sudetendeutschen“ und Postelberg. Als erstes besuchten wir den Friedhof in Postelberg, wo wir an der Gedenkstätte für die Opfer des Massakers im Juni 1945 gedachten und Blumen niederlegten. Nachdem die seit 8. Mai anwesenden sowjetischen Truppen abgezogen waren, wurden bei einem Pogrom zwischen dem 3. und 7. Juni 1945 auf dem Kasernengelände mindestens 763 deutsche Männer und Jungen im Alter von 12 bis über 60 Jahre gefoltert und erschossen. Sie stammten – jedenfalls überwiegend – aus der Nachbarstadt Saaz (Žatec) und waren am 3. Juni auf einem Todesmarsch hierhergetrieben worden. Das von der Ersten Tschechoslowakischen Division unter General Oldřich Španiel verübte Massaker wurde 1947 von einer Untersuchungskommission des Parlaments behandelt, die die Exhumierung und Verbrennung der Ermordeten empfahl. Das Beneš-Dekret 115/46 erklärte Handlungen wie dieses Massaker bis 28. Oktober 1945 im Kampfe zur Wiedergewinnung der Freiheit, … oder die eine gerechte Vergeltung für Taten der Okkupanten oder ihrer Helfershelfer zum Ziel hatte(n), … für nicht widerrechtlich. Dann ging es weiter nach Kaaden um auch die Gedenkstätte auf dem dortigen Friedhof zu besuchen und Blumen niederzulegen. Die Gedenkstätte Kadaň ist ein Erinnerungsort in der tschechischen Stadt Kadaň (deutsch Kaaden an der Eger). Er wurde für 25 sudetendeutsche Kaadener, die im März 1919 erschossen wurden und für die nach dem Zweiten Weltkrieg vertriebenen Kaadener errichtet. Danach ging es noch auf die Burg, wo eine Ausstellung zu den Märzgeschehnissen am 4.März 1919 zu sehen war. Es war ein interessanter Nachmittag.

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